Feuerbestattung

Die Geschichte der Feuerbestattung
Ein Blick zurück zeigt, dass die Feuerbestattung eine uralte und traditionsreiche Bestattungsform ist. Bereits 3000 Jahre vor Christus haben Einäscherungen stattgefunden. Um die Asche aufzubewahren, wurden schon früher besondere Urnen, aber auch Vasen oder Krüge benutzt. Im Römischen Reich war diese Form der Beisetzung sehr populär und auch Cäsar hat seinen Leichnam kremieren lassen.

Von den vier Grundelementen Wasser, Erde, Luft und Feuer gilt Feuer als reinigendes Element, das zudem in der Lage ist, Materie von einem Zustand in einen anderen zu versetzen. Deshalb steht die Feuerbestattung in einigen Kulturen – beispielsweise bei Buddhisten und Hindus – im Zusammenhang mit religiösen Vorstellungen vom Werden und Vergehen.

In Deutschland wurde die Feuerbestattung, die lange Zeit verboten war, im Zuge der Aufklärung Ende des 18. Jahrhunderts aus hygienischen Gründen wiedereingeführt, um Seuchen einzudämmen. 1934 wurde sie im Grundgesetz der traditionellen Erdbestattung gleichgestellt und 1963 von der katholischen Kirche anerkannt. Seither steigt die Zahl der Feuerbestattungen in Deutschland stetig an.

Das Licht des Feuers symbolisiert Umwandlung und Reinigung. Derjenige, der seinen Körper dem Feuer übergibt, vermindert den irdischen Teil in kurzer Zeit auf das Wesentliche. Die Umwandlung in Wärme und Licht und das Freisetzen „des Ewigen“ durch das Feuer gehören seit jeher in verschiedenen Religionen zur Abschiedskultur.

Die katholische Kirche lehnte das Verbrennen der Verstorbenen jahrhundertelang ab, von 1886 bis 1964 war es verboten. Der Grund ist in einem engen, wörtlichen Verständnis der Auferstehung der Toten zu suchen. Heute sind aus verschiedenen Gründen in Deutschland mehr als die Hälfte aller Beisetzungen Feuerbestattungen. Die Feuerbestattung, bedarf einer Willensäußerung. Sie ist Voraussetzung für andere Formen der Beisetzung wie z. B. See-, Luft-, Baum- und Wiesenbeisetzung.

Bei der Feuerbestattung wird der Körper nach Ablauf einer Wartefrist von 48 Stunden nach Eintritt des Todes in einem Sarg im Krematorium dem Feuer übergeben. Die Identität des Verstorbenen ist nach der Einäscherung gesichert, da dem Sarg eine mit einer Nummer versehene Schamottemarke beigelegt wird, die nach der Kremation mit der Asche zusammen in der Aschenkapsel beigesetzt wird.